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Böddensell

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Historie

Dorf

Böddensell wurde erstmals urkundlich im Güterverzeichnis des Helmstedter St.-Ludgerus-Klosters erwähnt. 1311 und 1498 lag der Ort wüst. Seit dem 16. Jahrhundert übte das Erzstift Magdeburg die hoheitliche Herrschaft aus, Böddensell war dem Holzkreis zugeordnet. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges ging das Erzstift durch Säkularisierung in das über, das seinerseits 1701 im Königreich Preußen aufging. Nachdem Jakob Karl Schenck von Flechtingen Böddensell vererbt worden war, richtete er dort 1733 ein Gut ein. Im selben Jahr entstand das Gutshaus, später ließ Schenck eine Kapelle erbauen.
Zwischen 1807 und 1813 gehörte Böddensell zum französisch beherrschten Königreich Westphalen unter dem Napoleonbruder. Nachdem Napoleon aus Deutschland vertrieben war, wurde der Ort wieder preußisch und 1815 dem Landkreis Gardelegen zugeordnet. An der 1872 eröffneten Bahnstrecke Neuhaldensleben - Oebisfelde hatte Böddensell nur indirekt Anteil, da der Ort keinen eigenen Bahnhof erhielt und deshalb weiterhin rein landwirtschaftlich geprägt blieb. 1910 hatte die Gemeinde Böddensell 382 Einwohner, der zu dieser Zeit noch administrativ eigenständige Gutsbezirk zählte 17 Einwohner. Bis 1933 sank die Einwohnerzahl trotz 1928 erfolgter Eingemeindung des Gutsbezirkes auf 340 Personen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lag Böddensell zunächst im von amerikanischen Truppen besetzten Gebiet, erst ab 1. Juli 1945 gehörte es zur sowjetischen Besatzungszone. Noch im gleichen Jahr wurde Gut Böddensell im Rahmen der Bodenreform enteignet. Der Landbesitz wurde unter Neubauern aufgeteilt, das Gutshaus wurde der Gemeinde übergeben und diente später als kommunaler Kindergarten. Im Zuge der DDR-Gebietsreform von 1952 kam Böddensell zum Kreis Haldensleben im Bezirk Magdeburg. Bis 1960 gab es im Ort etwa 30 private landwirtschaftliche Betriebe. Im Laufe des Jahres wurden sie teilweise unter Zwang in eine Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft überführt. 1964 betrug die Zahl der Einwohner 347.
Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde die Landwirtschaft in Böddensell wieder reprivatisiert und auch das Gutshaus kam wieder in private Hände. Nach Kreisgebietsreformen wurde Böddensell zunächst 1994 dem Ohrekreis und 2007 dem Landkreis Börde zugeordnet. Am 1. Januar 2010 wurde die Gemeinde Böddensell aufgelöst und wurde zum Ortsteil der neu gebildeten Gemeinde Flechtingen innerhalb der Verbandsgemeinde Flechtingen.


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